Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 betonten deutsche Regierungsvertreter zunächst das Recht Israels auf Selbstverteidigung und verwiesen auf Deutschlands historische Verantwortung wegen des Holocaust. Inzwischen äußern deutsche Spitzenpolitiker, darunter Kanzler Merz, zunehmend Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen, was Debatten über eine mögliche Änderung der deutschen Politik auslöst.
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Deutschland betonte anfangs Israels Recht auf Selbstverteidigung und verurteilte Hamas als Existenzbedrohung für Israel.
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Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) unterstützten Israel zu Beginn deutlich.
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Der neue Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) bestätigten diese Linie zunächst.
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Merz übte später Kritik an Israels Vorgehen im Gaza-Krieg und forderte humanitäre Hilfe sowie Ernährungssicherung für Gaza.
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Israels Botschafter in Berlin lobte Merz‘ Kritik als ehrlich und von einem Freund kommend.
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Frankreichs Präsident Macron bezeichnete Israels Handlungen als „schändlich“ und „inakzeptabel“.
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Frankreich, Großbritannien und Kanada kündigten bei anhaltenden Blockaden mögliche Sanktionen außerhalb der EU an.
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Israel hatte seit März humanitäre Hilfslieferungen an die 2,2 Millionen Menschen in Gaza blockiert, kurz vor einer Militäroffensive wurden diese eingeschränkt gelockert.
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Einige rechte israelische Regierungsvertreter fordern die dauerhafte Vertreibung der Palästinenser aus Gaza.
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SPD-Abgeordnete Isabel Cademartori fordert ein Ende der deutschen Rüstungsexporte nach Israel, um keine Komplizenschaft an möglichen Kriegsverbrechen zu riskieren.
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Deutsche Unternehmen lieferten 2024 Waffen im Wert von 161 Millionen Euro an Israel, trotz der angespannten Lage.