Im August 2021 übernahmen die radikalislamischen Taliban überraschend schnell die Macht in Afghanistan, nachdem sie diese 20 Jahre zuvor durch eine von den USA geführte Militärkoalition verloren hatten. Die deutsche Bundesregierung war von der Geschwindigkeit des Vormarschs überrascht, was Fragen über die Informationslage des Bundesnachrichtendienstes (BND) aufwarf, die nun durch einen Untersuchungsausschuss des Bundestags geklärt werden sollen.
BulletsIn
- Die Taliban eroberten im August 2021 schnell und nahezu widerstandslos Afghanistan zurück.
- Der deutsche Außenminister Heiko Maas hatte zuvor den schnellen Vormarsch der Taliban nicht erwartet.
- Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags untersucht seit 2022 die Rolle des BND in der Krise.
- BND-Präsident Bruno Kahl und andere BND-Mitarbeiter müssen sich im Ausschuss dazu äußern.
- Ein anonymer BND-Zeuge berichtete über regelmäßige Lagebesprechungen im Bundeskanzleramt.
- Das Doha-Abkommen von 2020 zwischen den USA und den Taliban führte zum Abzug der amerikanischen Truppen.
- Der Abzug demotivierte die afghanische Armee, die ohne US-Luftunterstützung stark geschwächt war.
- Bereits ein Jahr vor der Machtübernahme wurde ein “Kalifat 2.0” als wahrscheinliches Szenario diskutiert.
- Die Geschwindigkeit der Taliban-Eroberung von Kabul am 15. August 2021 überraschte viele Experten.
- Der BND hatte Schwierigkeiten, Zugang zu den Spitzen der afghanischen Regierung und der Taliban zu bekommen.